Plattenspieler | Ein fotografisches Projekt von Joachim Seinfeld, Galerie M, Berlin-Marzahn

11 07 2009

Die neue Ausstellung in der Galerie M in Berlin/Marzahn-Hellersdorf , die ich vor einiger Zeit wegen ihres besonderen Ausstellungskonzepts vorgestellt habe, präsentiert ein fotografisches Projekt des Berliner Künstlers Joachim Seinfeld, das eigens für diese Ausstellung entstanden ist. Unter dem programmatischen Titel „Plattenspieler“ wurden BewohnerInnen des Bezirks an von ihnen ausgewählten Orten porträtiert. Thema war nicht nur das Selbstverständnis der Fotografierten, sondern auch ihre Beziehung zu dem Ort, an dem sie leben.

The new exhibition in Galerie M, Berlin/Marzahn-Hellersdorf, which I introduced some time ago for its unique exhibition concept, presents a photographic project by Berlin artist Joachim Seinfeld which he realized specially for Galerie M. Residents of this Berlin borough have been portrayed in positions and on locations of their own choice. Thus not only the self-image of the photographed person is shown, but also their relationship to the area they live in. In the exhibition, both the portray of the persons and the „portray“ of their chosen location is presented, accompanied by statements of the portrayed persons about their chosen „set of shooting“ – being it their favorite place, their routine walking the dog-way, a place the dislike most.

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© Joachim Seinfeld + Galerie M

„Plattenspieler“
Ein fotografisches Projekt von Joachim Seinfeld

12.7. – 20.9.2009

Galerie M, Berlin-Marzahn Hellersdorf

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„Hier wohne ich.“

Hier gehe ich jeden Tag mit meinem Hund hin.“

„Diesen Platz kann ich nicht ausstehen.“

„Fotografier mich aus diesem Winkel, von dort unten.“

Das waren Antworten auf die Frage „Wo und wie würdest du dich der Öffentlichkeit präsentieren, wenn du dazu die Möglichkeit hättest?“, der der Künstler Joachim Seinfeld im Rahmen des Projektes „Plattenspieler“ gestellt und visuell umgesetzt hat.

© Joachim Seinfeld + Galerie M

BewohnerInnen des Bezirkes wurden an von ihnen ausgewählten Orten fotografiert. Entstanden sind zwei Aufnahmen: ein Konterfei der Porträtierten und ein Bild des Ort, an dem der Fototermin stattfand. Im Projekt „Plattenspieler“ geht es um die Selbstdarstellung der Porträtierten, zum anderen um deren Verhältnis zu ihrem Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Neben den Fotografien sind in der Ausstellung auch die Statements der Fotografierten zu ihren gewählten Orten zu lesen.

Die Ergebnisse sind ab dem 12. Juli an Wänden, Boden und Fensterscheiben der Galerie M  zu sehen.

Während der Dauer der Ausstellung wird Joachim Seinfeld weiter an dem Projekt arbeiten und BewohnerInnen porträtieren.

Alle Fotografien werden in einer Broschüre dokumentiert, die zur Finissage am 27.9.09 vorgestellt wird.





Galerie M, Marzahn – Kunst im städtischen Raum

3 05 2009

Einen sehr speziellen Ansatz verfolgt die Galerie M in Berlin-Marzahn, seit 2008 Karin Scheel die Leitung übernahm. Seit Anfang 2009 werden vorrangig  Projekte von Künstlerinnen und Künstlern gefördert, die in ihrer Arbeit den städtischen Raum thematisieren. Damit reagiert die Galerie auf ihre besondere urbane Situation in Marzahn, im Nordosten von Berlin: Hier ist die größte Großwohnsiedlung im Gebiet der ehemaligen DDR zu finden, die zwischen Mitte der 1970er und Ende der 1980er Jahre entstand. Die vorwiegend in Plattenbauweise errichteten Häuser wurden um das alte Dorf Marzahn als durchgrünte Stadtlandschaft angelegt.

Galerie M © Galerie M

Dieser besonderen urbanen Lage der Galerie prägt das Programm der Galerie:  Ein Teil der Ausstellungen widmet sich langfristigen Kunstprojekte oder/und Kunstaktionen im öffentlichen Raum. Damit ist Galerie M ein Unikat der zeitgenössischen Kunstvermittlung – nicht in der Berliner Kunstlanschaft. Bedenkt man die Vielfalt der hauptstädtischen Szene, keine geringe Leistung!

Neben den wechselnden Ausstellungen ist in den Räumen der Galerie die umfassende Dokumentation zur Geschichte und Gegenwart der Kunst im öffentlichen Raum in Marzahn-Hellersdorf zu sehen.

Gerade zu Ende gegangen ist die Ausstellung von T. W. Blum „höhlen menschen“, deren Ausgangspunkt ein vom Berliner Projektfonds kulturelle Bildung gefördertes Projekt war, bei dem T. W. Blum mit Hellersdorfer Jugendlichen arbeitete. Gemeinsam wurde eine Prozess in Gang gesetzt, bei dem mit  komplexen technischen Möglichkeiten der Malerei, Musik, Video und Fotografie  experimentell in Zusammenhang gebracht. Das Ergebnis waren u.  a. Basics für die Performance „Höhlenmenschen“ in der Galerie M. Mehr Informationen hier.

15 sec © Galerie M

Ab heute (3.5. – 18.6.2009) wird 15sec präsentiert:

(aus der Programmbeschreibung) Ein Auto, eine leere Galerie und 15 Sekunden

Die Autohäuser sind voller neuer Autos, die Parkplätze der Autohändler quellen über. In der Galerie „M“ in Marzahn sieht es ganz anderes aus.
Nur ein einziges Auto ist durch die Glasscheiben zu entdecken. Ist es vielleicht das letzte unverkaufte Exemplar eines besonders erfolgreichen Händlers? Die Wirtschaftskrise lässt keine Ecke der Welt mehr unberührt, sie macht vielen Menschen das Leben schwer oder sogar unerträglich, das sollte die Herausforderung für neue Anfänge und Ideen sein. Im seinem Geburtsland wird die Bedeutung des Automobils, seine Geschwindigkeit in Frage gestellt.