Von Amts wegen in Saarbrücken: Photography by Benedikt Steinmetz

7 08 2009

Trotz der Allgegenwart der Politik in den Medien – Stichwort Wahljahr – begegnet der Bürger dem Staat nur in einer virtuell-fiktiven Form. Den konkreten Kontakt mit der Staatsmacht erfährt er über Ämter, Behörden, Verwaltungen, die nicht nur das architektonische Bild der Städte prägen, sondern auch das „Gesicht“ des Staats in der öffentlichen Wahrnehmung.

In seiner Arbeit „Von Amts wegen„, die zur Zeit in der Saarbrücker Architektenkammer zu sehen ist, spürt Benedikt Steinmetz dieser Präsenz der Politik in seiner Heimatstadt Saarbrücken nach – durchaus mit einer Prise Humor, wie der Titel verrät.

Even though politics are omnipresent in the media – in Germany it’s election year – citizens encounter state only in a virtual way. Actual contact with state power one has via offices, agencies, administrations which not only coin the architectural „face“ of cities, but also influence the „face“ of state in the everyday life.

Benedikt Steinmetz focuses this topic in his project „Von Amts wegen„, presently shown in Saarbrücken, Germany. He traces the presence of politics and state in his hometown Saarbrücken – not lacking a certain humour, as the title reveals: „Von Amts wegen“ is a German idiom, literally „officially“/“on account of office“, yet often used in a satirical-critical context.

Ordnungsamt © Benedikt Steinmetz

Ordnungsamt © Benedikt Steinmetz

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Von Amts wegen

Benedikt Steinmetz
Fotografien in Schwarz- Weiss

Haus der Architekten, Saarbrücken
30. Juli – 24. August 2009

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Wie präsentiert sich aber der Staat im täglichen Leben? Im Alltag des Bürgers, im Erscheinungsbild seiner Stadt, in seinem Lebensraum? Sind Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Architektur dem Zufall oder der Funktion geschuldet? Kann die Architektur dem Betrachter etwas über das Selbstverständnis des Staates sagen, der hinter diesen Fassaden waltet?

Ministerium für Umwelt © Benedikt Steinmetz

Ministerium für Umwelt © Benedikt Steinmetz

Diesen Fragen spürt der Fotograf Benedikt Steinmetz (*1961) aus Saarbrücken in seiner Arbeit „Von Amts wegen“ nach. Tatsächlich kommt der Bürger, wenn er im täglichen Leben mit „der Politik“ zu tun hat – und dies ist im Wahljahr 2009 und der allgegenwart des Themas in den Medien nicht wenig – nicht mit der Fiktion des Staates in Berührung. Kontakt hat man mit der Staatsmacht in Form von Amtsstuben, Behörden oder Verwaltungen, die „Rückseite der Macht“. Sie ist es auch, die umgekehrt das Bild des Staates in den Augen der Bürger bestimmt

In der Ausstellung in der saarländischen Architektenkammer werden Aufnahmen von verschiedenen über die Stadt Saarbrücken verteilten Behörden und Verwaltungen einander gegenübergestellt. Der Betrachter kann Ähnlichkeiten und Unterschiede in den Fassaden erkunden und  eigenen Antworten auf diese Fragen finden. Zum Konzept gehört auch die Lage des Ausstellungsortes im Haus der Architekten. Durch die Nähe zu den dargestellten Gebäuden schließt die Ausstellung eine Aufforderung an den Betrachter ein, die Sichtweise des Fotografen mit eigenen Augen in der Wirklichkeit zu überprüfen.

Darüber hinaus legt der „Von Amts wegen“ nahe, dass sich Steinmetz auch für skurrile und humorvolle Aspekte interessiert. Nicht statische, konventionelle Architekturfotografie ist sein Ziel, sondern der Blick für das Besondere, für überraschende Details sowie dynamische Elemente und scheinbar Zufälliges, das in die Bilder mit aufgenommen wird. In Steinmetz’ Arbeiten treffen Hintersinn und Humor in der Bildgestaltung mit der Strenge der Architektur zusammen.

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Jugendamt © Benedikt Steinmetz

Jugendamt © Benedikt Steinmetz

Benedikt Steinmetz (*1961) befasst sich mit dem urbanen Raum und dem Leben darin als einer Umgebung, in der man sich ständig bewegt, ohne sie – gewöhnlich – selbst mitgestaltet zu haben. Oberflächlich betrachtet erscheint diese gebaute Umwelt sehr verschiedenartig und abwechslungsreich, im Kern jedoch folgt sie immer gleichen Regeln wie dem rechten Winkel, der Mathematik, der Statik…

Neben diese gebaute Umwelt tritt ein unsichtbares, nicht fassbares Umfeld, das das menschliche Zusammenseins regelt: Gesetze, Konventionen, Rollen, soziale Verhaltensregeln, EU-Richtlinien…

„Zwischen den sichtbaren Strukturen unserer Umwelt und den scheinbar unsichtbaren Regeln entwickelt sich unsere Lebendigkeit.

Lebendigkeit im formalen Raum – das Spannungsfeld meiner Arbeiten.“ B. Steinmetz

Seit 2005 setzt Steinmetz kontinuierlich fotografische Projekte um.


Aktionen

Information

5 Antworten

7 08 2009
Vivienne

Das hört sich aber interessant an! Ich war noch nie in Saarbrücken…bis jetzt

9 08 2009
Benedikt Steinmetz

Ein Hinweis in eigener Sache:
Am 16.08.2009 ist die Ausstellung SONNTAGS von 14:00 bis 18:00 anlässlich eines Künstlergesprächs geöffnet.

Benedikt Steinmetz

13 08 2009
Simone

Vielen Dank für den Hinweis, Herr Steinmetz!
Simone

13 08 2009
Shisha

ahhh, der Meister höchst persönlich! Welche Ehre ! Vielen Dank für alles

14 09 2009
Saarbrücken - Blog

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