Ein sehr umfangreiches Projekt, das ich schon lange vorstellten möchte, sind die RIVERINE ZONES, eine Video-Raum-Installation, von Multimediakünstler Philipp Geist, Berlin. Es widmet sich einem sehr aktuellen Thema: die kostbare Ressource Wasser – in Form von Flüssen – und den Umgang mit ihr.
Geist war gerade auch bei den 48h Stunden Neukölln - „Humus Neukölln“ (2009) – mit einem Projekt im Kunstraum t27 beteiligt. RIVERINE ZONES waren zudem auch – als Teil des Projekts Spree2011 – im Deutschen Pavillon zur Architekturbiennale 2008 in Venedig zu sehen: Thema der Ausstellung im Deutschen Pavillon war „Updating Germany„ (darauf werde ich noch einmal in einem anderen Beitrag zurückkommen).
! Video-Eindrücke der RIVERINE ZONES ganz unten !
It’s a huge project that I wanted to introduce for quite a while now: RIVERINE ZONES is a continuous multimedia installation by German artist Philipp Geist, focusing water – in form of rivers – and how people treat it. Using subaqueous cameras, Geist films and documents rivers below the water surface, thus capturing foreign sceneries we usually don’t set eyes on.
I provide the links to Geist’s English texts, while writing in German here.
Recently RIVERINE ZONES was part of the Berlin art festival 48h Stunden Neukölln, and it was part of the German contribution to the Architecture Biennial 2008 in Venice „Updating Germany“ (I will get back to this topic in another article).
! Video impressions of RIVERINE ZONES below !
Illustr. © Philipp Geist
Philipp Geist (*1976, seit 1999 in Berlin) ist Künstler und Autodidakt und arbeitet international mit seinen Medien-Video-Installation, Audio/ Visuelle Performance, Malerei und Fotografie. Seine Projekte sind in erster Linie gekennzeichnet durch ihre Komplexität in der Integration von Raum, Ton und Bewegbild.
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Riverine Zones
( Quelle hier | English Description here )
RIVERINE ZONES zeigt Videoaufnahmen und Videostandbilder von nationalen und internationalen Fliessgewässern: Mit Unterwasser-Videokameras filmt Geist die Welt unter der Wasseroberfläche. Die Unterwasserwelten verschiedener Metropolen und Orte werden einander gegenübergestellt: Das klare Wasser des einen Flusses steht im Kontrast zu einem Kanal voller weggeworfener Objekte wie etwa Dosen, Straßenschilder oder auch Fahrräder. Aspekte des menschlichen Umgangs mit der kostbaren Ressource Wasser in unterschiedlichen Regionen der Welt werden so zu Tage befördert.
Die Installation besteht aus Aufnahmen von urbanen Flüssen, kleinen Bächen und großen Strömen in einer gleichberechtigten Gegen- überstellung, deren Ästhetik teils dokumentarisch, teils fremdartig, grob und pixelig, teils fehlbelichtet, unscharf, farbintensiv oder auch monochrom wirkt. Ohne die übliche Fernsehästhetik zu bedienen, erlauben sie dem Betrachter einen realen aber zeitgleich irritierenden Einblick. Vormals Bekanntes wird zu einer Landschaft des Surrealen. Die künstlerische Arbeit ist auch eine visuelle Nachzeichnung von bewusst geplanten sowie zufälligen Prozessen. Der Künstler lässt seine Kamera an ausgewählten Stellen an einem Kabel in das Gewässer eintauchen; die Kamera wird dann durch den Rhythmus der Strömung bewegt. So entsteht ein Wechselspiel zwischen ganz natürlichen Bewegungs- und menschlichen Gestaltungsprozessen.
Die Flüsse werden per Videoprojektion oder Monitor dar, und diese wahlweise mit meter- langen, im Raum schwebenden Bahnen aus aneinandergereihten Unterwasser-Videostandbildern ergänzt oder aber mit Flächen füllenden Bildreihen. Je nach den räumlichen und technischen Gegebenheiten können die Unter- wasserfilmsequenzen auf einem oder mehreren Monitoren präsentiert werden, oder über eine oder zahl- reiche Videoprojektionen. Auch ob, wie viele und in welcher Form und Anordnung die Videostandbilder gezeigt werden, entscheidet der Künstler jeweils in Bezug auf den Ausstellungsraum.
Die künstlerische Auseinander- setzung mit dem allgegenwärtigen Element Wasser ist ein Kontakt- versuch mit unserer unmittelbaren und doch fernen Realität. Geist zeigt einen Teil dieser Realität auf, der für uns üblicherweise verborgen bleibt.
Ein weiterer Bestandteil des Projektes sind Satellitenbilder von Google Earth, auf denen rote Punkte zu sehen sind. Diese markieren die Stellen, an denen die Kamera ins Wasser gelassen wurde. Geist nimmt eine relativ genaue Lokalisierung seiner Unterwasser- bilder vor und vermittelt gleichzeitig einen Einblick der flussnahen Umgebung. Sein Mikroblick wird um einen Makroblick erweitert. Teils ragt die Kamera auch aus dem Wasser heraus, so dass aus einer ungewöhnlichen Perspektive, halb unter Wasser, halb über Wasser, das Ufer, Gebäude und Brücken zu sehen sind. Es sind diese Aufnahmen, die dem Betrachter die Möglichkeit geben, einen unmittelbaren Bezug zwischen den Satellitenaufnahmen und den Wasserbildern herzustellen. Überwiegend ist der Zusammenhang zwischen den markierten Filmstellen und dem erworbenen Bildmaterial aber ein zweifelhafter, da Geist Satelliten- und Wasserbilder bewusst nicht in einer eins zu eins Gegenüberstellung präsentiert.

Riverine Zones - Videostill - Regent Canal (London/ UK) © Philipp Geist 2006–2009 / VG Bild-Kunst Bonn
Flüsse als verbindende Netzwerke zwischen Ländern auf der einen Seite und als Begrenzungen auf der anderen Seite sind ein weiterer Aspekt der Installation. Der Fluss, der als Grenzfluss zwischen zwei Ländern fungiert und somit trennt, ist zugleich an einer anderen Stelle seines Verlaufs oder zu einer anderen historischen Zeit eine Wasserverbindung zwischen zwei Städten. Das vereinende Moment des eigentlich neutralen, aber doch höchst politischen Mediums Wasser thematisiert Geist, indem er die Satellitenbilder aller bereits gefilmten Flüsse in einer Collage zu einem einzigen internationale Flussgeflecht verbindet.
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RIVERINE ZONES ist als kontinuierliches Projekt angelegt, das weltweit Flüssen auf Vergessenes, Verdrängtes oder schlicht Unbekanntes erforscht. Um das lebensnotwendige Element Wasser in all seinen Facetten zu beleuchten, sollen dabei je nach Eigenheit des Flusses auch ethnologische, religiöse, politische und vor allem umweltpolitische Aspekte in Erscheinung gebracht werden.
Auch das Thema der Wasserverknappung, Gletscherschmelze, Austrocknung von Flüssen und ihre Verwandlung zu Salzwüsten wird bei dem Projekt in Zukunft nicht ausgeklammert werden. Die dramatische Situation der Wasserverknappung wird durch die Präsentation von Aufnahmen vertrockneter Flussbetten gezeigt. Darüber hinaus sind bei den Stationen der Ausstellung Symposien angedacht, auf denen verschiedenste Themenbereiche rund um das Thema Wasser angesprochen und diskutiert werden und durch einen ökologischen Informationsteil ergänzt werden.
Aktuelle Informationen über RIVERINE ZONES bietet Philipp Geist auf seinem Blog: riverinezones.blogspot.com
Einige visuelle Eindrücke bieten diese Videostreams dort gibt es auch weitere Infos zu Geists Arbeitsweise.









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