s.h.e.inszeniert „Theoretisch tot“ in Berlins kleinstem Ausstellungsraum || s.h.e. shows „Theoretically dead“ in Berlin’s tiniest show room 

4 07 2009

s. h. e. – alias Stefan Heinrich Ebner – hat sich immer wieder intensiv mit Architektur auseinandergesetzt und sich lange mit Architekturtheorie befasst; seine Arbeiten sind davon grundlegend beeinflusst. Zur Zeit ist sein „Theoretisch tot“ in der kleinsten Ausstellungsfläche von Berlin installiert (11.06.- Ende 08.2009).

s.h.e. – alias Stefan Heinrich Ebner – has studied architecture and architecture theory intensively. Thus this influence is obvious in his works. Presently his „Theoretisch tot“ (Theoretically dead) is installed in Berlin’s smallest show room, measuring only 4sqm (11.06.- End 08.2009).

nsicht Theoretisch tot in der Loge © Katia Hermann (Art and Events)

Ansicht "Theoretisch tot" in der Loge © Katia Hermann (Art and Events)

Stefan Heinrich Ebner (*1965 in Freiburg, arbeitet seit 1986 in Berlin) hat Projektionen und Installationen entwickelt, nichtsimultane Räume, 3D-artige Farbfeldanimationen, Lichtbilder, Raumfilter, Raumfotografie. Seine Bildarchitekturen haben ale ihren Ursprung in einem strukturellen Aufbau. 1989 gründete er das „Jour Fix im Cafe Einstein, Tisch 133″, indem über raumbezogene Kunst und soziale Skulptur diskutiert wurde.

Nach vielen Jahren der Arbeit am Computer packte s.h.e. das Verlangen, “fassbare” Strukturen, Skulpturen, in den realen Raum zu bringen.  So entstanden in den letzten Jahren eine Reihe von hängenden Strukturen, mit Fell oder auch Federn bedeckt, die unsere Sinne ansprechen und das Verlangen erzeugen, sie zu umgehen, zu streicheln oder gar hineinzusteigen – so auch bei „Theoretisch tot“:

Ansicht Theoretisch tot in der Loge © Katia Hermann (Art and Events)

Ansicht "Theoretisch tot" in der Loge © Katia Hermann (Art and Events)

Bis Ende August ist die Arbeit „Theoretisch tot“ in der Loge in der Berliner Friedrichstraße – Berlins kleinster Ausstellungsfläche: ca. 4qm groß mit einem unregelmäßigen Grundriss – inszeniert: eine raumgreifendes Gebilde aus fragilen Stäben, die mit Tierfellen umhüllt sind. Frei in der Loge hängend ertasten diese Elemente wie Fühler die Dimension des Raumes und streben nach Ausdehnung. Struktur und Fell wirken wie eine wesenhafte Einheit.

Entwicklung und Wachstum, Entfaltung und Erfüllung, Leben und Tod – „Theoretisch tot“ regt die Reflexion über diese Themen an, mit einer gewissen Ironie, die im Titel zum Ausdruck kommt.

Die Loge widmet sich übrigens , seit Martin Mlecko und Wolfgang Schöddert die Location restauriert haben, der Präsentatio raumbezogener. Urpsünglich war hier eine Registratur im historischen Zeitungsquartier Berlins untergebracht. Ihre künstlerischen und kuratorischen Grundgedanken basieren dabei stets auf sozialpolitischen Zielsetzungen.