Raumordnungen in Stuttgart | übersehen in München

2 07 2009
Auch über den Sommer gibt es einige interessante Ausstellungen zu entdecken. Beginnen wir in Süddeutschland: in Stuttgart und München werden zwei Fotografie-Ausstellungen gezeigt, die einen besonderen Blick auf die alltägliche gebaute Umwelt werfen.
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Two photo exhibits in Southern Germany, Munich and Stuttgart, present works casting a particular glance to everyday environments. „Raumordnungen“ – Spatial Structures (Stuttgart) shows Kurt Laurenz Theinert who adds his photographed perspective a second perspective – usually in abstract constructive elements, casually chosen: he turns around 180° from his standpoint and photographs the „backside“ of his motives.
In Munich, Kai-Uwe Schulte-Bunert shows „Übersehen“ – Overlook(ed): He portrays the memory of spaces/places – it is well-known objects we see, but still they seem distant, static, useless, foreign.

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Gegenwelt, Stuttgart 2009/5, 2-teilig je 50cm x 60cm, Lambda Laserchrome Vergrößerung auf Alu-Dibond

Kurt Laurenz Theinert: Gegenwelt, Stuttgart 2009/5, 2-teilig je 50cm x 60cm © K. L. Theinert

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Raumordnungen

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Fotografien von Kurt Laurenz Theinert und Jutta Strohmaier

2. Juli – 15. August 2009

bildkultur, Stuttgart


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aus den PR-Texten:

Der Stuttgarter Fotograf und Lichtkünstler Kurt Laurenz Theinert (*1963) reflektiert mit seinem Schaffen stets das Medium Fotografie und den Akt des Fotografierens.

In seiner jüngsten Serie ‘Gegenwelten’ ergänzt er den Blickwinkel – der meist abstrakt konstruktive Elemente erfasst – durch eine zweite, zufällige Perspektive. Vom gleichen Standpunkt wendet er seinen Blick um 180°, um zusätzlich die Situation im Rücken des eigentlich gewählten Motivs aufzunehmen. Die absurde Kombination zweier Ansichten schließlich, die außer dem Standpunkt nichts gemein haben, verführt zu Assoziationen, die letztlich nur der Gedankenwelt entspringen. Selbst von ein und demselben Standpunkt gibt es unterschiedliche Sichtweisen und keine ist richtiger als eine andere. Vielmehr ist die Gleichzeitigkeit vielfältiger Weltsichten die größte Bereicherung.

Jutta Strohmaier schafft Wirklichkeiten – losgelöst vom Realen. Poetisch bewegen sich ihre Arbeiten über die verschiedenen Genres: von der digitalen Fotografie zu Grafik und Skulptur und wieder zurück zum Lichtbild. „In ihren Fotogrammarbeiten zeigt sich, ausgehend von der Natur als Kulisse und Requisit, eine grundsätzliche Auseinander­setzung mit den Möglichkeiten von Konstruktion und Dekonstruktion von Raum. Ganz bewusst operiert sie dabei mit der Überschreitung medialer Grenzen und hinterfragt die spezifischen räumlichen Eigenheiten des jeweiligen Mediums.“ (Maria Schindelegger)

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aus "Vaterland" 30 x 30 cm Lambda-Print auf Aluminium unter Acryl © Kai-Uwe Schulte-Bunert

K.-U. Schulte-Bunert aus "Vaterland" 30 x 30 cm Lambda-Print auf Aluminium unter Acryl © K.-U. Schulte-Bunert

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Kai-Uwe Schulte-Bunert

„Übersehen“

26. Juni – 5. September 2009

filser & gräf, Galerie für Kunst und Design, München

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In „Übersehen“ wird ein analytischer Blick auf die Arbeitsweise von Kai-Uwe Schulte-Bunert geworfen und Beispiele aus verschiedenen Arbeitsreihen des Künstlers präsentiert.

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aus dem PR-Text (gekürzt):
Kai-Uwe Schulte-Bunert arbeitet in äußerst präzisen Reihen. Über eine besondere Ästhetik hinaus ist seinen Arbeiten eines gemeinsam: Das Gedächtnis der Orte. Es sind bekannte, vertraute Dinge die wir in diesen Fotografien entdecken. Und dennoch wirken sie, obwohl wir sie nie und doch immer schon gesehen haben, in ihrer Statik und ihrem funktionslosen Dasein fremdartig leer.

aus "Specie di Spazio" 100 x 100 cm Lambda-Print © Kai-Uwe Schulte-Bunert

K.-U. Schulte-Bunert, aus "Specie di Spazio" 100 x 100 cm Lambda-Print © K.-U. Schulte-Bunert

In der stetigen Offenbarung von Ungesagtem und Unbewusstem liegt wohl der persönlichste Aspekt der Arbeit des Künstlers. Dieses fast private Chiffre findet man in den Arbeiten über scheinbar oder tatsächlich verlassene Orte, welche in einem Moment des Wartens wahrgenommen sind. Dies sind Orte, die ein Teil seiner Kindheit sind, wie die Dörfer der Reihe Vaterland, Baustellen der Reihe Passaggi, Grenzstädte aus 2_geteilte orte, Rimini oder die Landschaften aus Fondo Vivo.

Es handelt sich um Orte, in denen das Verhältnis zwischen Gebautem / Hinzugefügtem und Kontext bzw. Zusammenhang perfekt kalibriert ist, aber gleichzeitig von fast surrealen Details unterbrochen wird. Wenn die Zeit Spuren auf den Dingen hinterlässt, liest Schulte-Bunert diese mit einer ganz besonderen Sensibilität und betont das Gedächtnis der Orte mit einer fotografischen Wiedergabe, die durch ihre fast monochrome Spannung eine große ästhetische Wirkung erzeugt.

Schulte-Bunerts Arbeit, in welcher Intuition und Bewusstsein, Emotion und Dokumentation vereint werden, basiert auf einer tiefen Analyse der Beziehung zwischen dem Objekt und seiner Darstellung.


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