Bernard Tschumi: „La Case Vide“ und „Cinégramme Folie“

24 03 2008

Beide Publikationen sind im Zusammenhang mit dem Parc de La Villette entstanden.

In Cinégramme Folie, 1987 veröffentlicht, fasst Tschumi Schlüsseldokumente zusammen, die sich auf das konkrete Projekt beziehen.

Zwar berichteten bereits zu dieser Zeit zahlreiche Publikationen über das Projekt Parc de La Villette, keine bietet aber einen so konzentrierten Überblick über das Projekt aus der Sicht des Architekten selbst. Tschumi präsentiert Entwürfe, Zeichnungen und Texte und vermittelt nicht nur theoretische, sondern auch technische Informationen zur Parkgestaltung. Cinégramme Folie ist nur auf Französisch publiziert. (Kursive Zitate aus der Einleitung von Cinégramme Folie.)

La Case Vide, 1986 veröffentlicht, dagegen ist, so sagt Tschumi selbst, eine Form des Post-Theoretisierens. Es enthält die einzigen theoretischen Zeichnungen für La Villette 1985, da Tschumi das Projekt bewusst als ein zu realisierendes, nicht als ein experimentelles angegangen ist.

Neben einem Interview von Alvin Boyarsky, damals Leiter der innovativen Architectural Association London, mit Tschumi von 1985 enthält der Band einen kurzen Text von Anthony Vidler \“Trick-Track\“ und vor allem einen Kommentar von Jacques Derrida „Point de Folie – Maintenant l’Architcture“ (der darin allerdings nicht auf Tschumis Architekturverständnis im eigentlichen Sinne eingeht, sondern ausgehend von den Folie-Bauten über Architektur allgemein philosophiert).

Aufschlussreich ist insbesondere das Interview mit dem Architekten, in dem er einige interessante Auskünfte über sein Architekturverständnis gibt.

Die Texte sind auf Französisch und Englisch veröffentlicht.

Enthalten sind darüber hinaus auch zwanzig Bildtafeln, die in sechs Sequenzen angeordnet sind (ein Beispiel siehe unten); diese Abbildungen sind mittlerweile eigentlich in jeder Publikation zu Tschumi bzw. zum Parc de La Villette finden.