Bernard Tschumi: Event-Cities

19 03 2008

Bernard Tschumi hat drei Bände der „Event-Cities“-Reihe veröffentlicht, die zunächst nicht als Serie gedacht waren.

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Event-Cities zeigen Aspekte von Tschumis Werk, die in gewöhnlichen Publikationen nicht erwähnt werden. Die Projekte des Architekten werden mehr oder weniger chronologisch dokumentiert. Dabei wird nicht das Endprodukt betont, sondern die Entwicklung dahin – zu finden sind zahlreiche Abbildungen, der verschiedenen Entwurfsansätze und Entwurfsstadien mit einem Begleittext.

Tschumi vergleicht Event-Cities oft mit einem Telefonbuch: Ohne Urteil werden die Projekte aufgelistet.

So wird ein Überblick über Entwicklungslinien und -brüche geboten. Da der Architekt seine Projekte meist „seriell“ entwickelt, also mit bestimmten Themen über mehrere Entwürfe hinweg experimentiert, sie variiert und transformiert, lassen sich interessante Einsichten gewinnen – übrigens auch für den Architekten selbst: The more steps you take, the more you are aware of what you are doing.[1]

And this is what I am really interested in: Architecture trying to map what architecture is about.[2]

Der Titel „Event-Cities“ kombiniert zwei Begriffe, die in Tschumis Architekturverständnis eine grundlegende Rolle spielen. Seine Architektur wird auch als „Architecture of the Event“ bezeichnet (mehr folgt).

Nach Tschumi ist Architektur untrennbar verbunden mit der „Urban Condition“. Zeitgenössische Städte sind heterogen, zersplittert, ohne eindeutiges Zentrum (im Vergleich dazu: die traditionelle Stadt mit dem Herrschaftssitz im Zentrum bzw. dem Rathaus, der Kirche etc. Hier waren alle Funktionen klar angeordnet – der Herrscher in der Mitte, drumherum die Bürger, vor der Stadtmauer die Armen etc.).

Ebenso heterogen wie die urbanen Siedlungen heute sind, sind auch die Bauten: What interests me most is seeing buildings as pieces that embody the qualities of a city, rather than as isolated units.[3]

Event Cities 1

Event-Cities 1 wurde 1994 zusammengestellt, als Tschumis Arbeiten in einer MoMA-Ausstellung präsentiert wurden. Es ist aus dem Buch „Praxis“ (1992), der französischen Version, entstanden.

Sortiert vom Großen zum Kleinen; fast alle Projekte sind theoretisch geblieben.

Event-Cities 2 + 3

1999 + 2005 (Concept vs. Context vs. Content)

Geordnet nach Strategien, nicht nach Größe; sehr viele Projekte auch realisiert.

[1] Tschumi, Bernard, Walker, Enrique, Urban Architecture, in: Tschumi, Bernard, Walker, Enrique, Tschumi on Architecture. Conversations with Enrique Walker, New York 2006, S. 95.

[2] Tschumi, Bernard, Walker, Enrique, Columbia/Books, in: Tschumi, Bernard, Walker, Enrique, Tschumi on Architecture. Conversations with Enrique Walker, New York 2006, S. 135.

[3] Tschumi/Walker, Urban Architecture, 2006, S. 83.


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