Art Karlsruhe 2008: Eindrücke…/Impressions…

28 02 2008

art-karlsruhe2008.gifAlle Jahre wieder kann mittlerweile schon sagen – zur Zeit läuft bereits die 5. Art Karlsruhe und so langsam mausert sie sich zum „Großevent“. Schon bei der Preview vor der offiziellen Eröffnung am Mi., 27.2.08, waren gut 12.000 Besucher: Um 14h fiel der Startschuss zur Preview – ich bin etwa 20min danach mit dem Messe-Shuttle an der dmArena, der angeblich schönsten Messeanlage Deutschlands, angekommen und es war schon richtig voll. Der Besucherrekord vom letzten Jahr liegt übrigens bei 35.000 und wenn das Interesse weiterhin so anhält, wird er sicher getoppt werden (zum Vergleich: Die Art Basel 38 letztes Jahr haben 55.000 Leute gesehen).

            [[Es sind denn 38.000 Besucher geworden, so der Stand am Mo., in der BNN.]]

Über 3 Hallen verteilt präsentieren sich 165 Galerien für moderne und zeitgenössische Kunst – das sind verhältnismäßig wenig, in Basel sind rund 300 Aussteller beteiligt. Aber dennoch: obwohl in diesem Sinne „überschaubar“, lässt es sich kaum schaffen, alles zu sehen, zumal mit dem Anspruch, die Kunst auch bewusst wahrzunehmen.

Im Messe-Gewusel lassen sich Eindrücke sammeln, Anregungen holen, Interesse wecken. Die Auseinandersetzung mit dem, was man gesehen hat, fängt aber erst zu Hause richtig an. Die Galerien bieten zwar meist sehr viel Werbematerial zum Mitnehmen an, die Informationen sind allerdings sehr knapp gehalten und enthalten, wenn überhaupt Text, selten mehr als eine Kurzvita des/der Künstler. Auch der Katalog – online einzusehen – enthält „messentypisch“ nicht viel mehr Angaben, als allgemeine Informationen zu den Ausstellern und ihrem Programm.

Ausführlicher schreibe ich an anderer Stelle über die Messe und die verschiedenen Events, die angeboten werden [nämlich hier].

Mein Gesamteindruck von der Art KA in Stichworten:

Sehr viel Malerei, kaum Video + Multimedia, viel Skulptur und Plastik. Nur relativ wenig kritische oder provokante Arbeiten, dafür einiges, das mit den Darstellungsmedien und der Wahrnehmung spielt (Schmirgelpapier-Bilder, großformatige Scherenschnitte, Pappe-Plastiken, bemalte Brokate, …).
Entdeckungen gab es (natürlich) vor allem bei den zeitgenössischen Galerien zu machen.
Überraschend auch, wie viele interessante Galerien es in der Region Karlsruhe gibt!
Aufgefallen außerdem v. a. die koreanischen Galerien – rund 30 Aussteller aus Europa und Asien haben für internationales Flair gesorgt – mit Künstlern, die sich mit ihrer Tradition auseinandersetzen.

Zum Thema Architektur + Kunst gab es allerdings nicht allzu viel zu entdecken:

 

- Tobias Weber (Galerie Alex Schlesinger, Zürich)

 

tobias-weber.jpg tobias-weber2.jpg

Volière, 2006, Acryl auf Baumwolle, 205 x 98 cm (Reihe: Schönes Neues Zürich)
Villa mit Cheminée 2, 2006, Acryl auf Baumwolle, 105 x 75 cm (Reihe : Homegate)

 

- CP Galerie. Angely Cerny & Ronald Puff, Wiesbaden: haben u.a. Schwerpunkt auf Künstler an der Schnittstelle zwischen „Architektur + Kunst“, vertreten u.a. Michael Bach und Anja Ganster

 

Übrigens auch selten Gesehenes: Grafische Arbeiten von Le Corbusier (Galerie Bommer, Zürich):

le-corbusierklein.jpg

Once a year, you can really say so by now – at the moment it is already the 5th Art Karlsruhe running and it is slowly by steadily becoming a real big event. Around 12.000 visitors came to see the preview on Wednesday, 27 February 2008, even before the actual opening took place. The kick-off of the preview was 14h – I arrived like 20mins later with the shuttle bus and it has already been really crowded. By the way, last year’s visitors’ record was 35.000 (to compare: Art Basel 38, last year, was seen by 55.000 people.

        [[According to BNN (local newspaper) on Monday, it's been 38.000 visitors.]]

165 galleries of modern and contemporary art exhibited in three halls – that is rather little, in Basel there are around 300 exhibitors. But still: even though „manageable“ dimensions, you can hardly make it to see everything, particularly when you want to apperceive the works of art.

In the fair’s crowd, you can “collect” impressions that you deal with quietly at home. Besides, the galleries offer loads of info materials “to go”, but usually it is kept very short and contains, if texts at all, seldom more than a vita of the artist/s. The catalogue, too, (also visible online) contains only general information about the exhibitors and their program – quite “typical” for fairs.

I am writing a more detailed report about the art Karlsruhe here (linke to follow, only in German).

An outline of my general impression of art KA:

Great deal of painting, hardly no video + multi media art, much sculpture. Only rather few critical or provocative works, but much that is playing with the means of presentation and perception (abrasive paper pictures, large-sized silhouettes, cardboard sculptures, painted brocade,…). Discoveries could be made especially at the contemporary galleries(, of course). Furthermore surprising, how many interesting galleries there are in the region around Karlsruhe! Also attracting attentention: particularly the Korean galleries – around 30 exhibitors from Europe and Asia made for an international atmosphere – presenting artists working and dealing with their country’s tradition.

However, not much to discover about architecture + arts: (please see pictures and links further up)

By the way, also something rarely seen: graphic works by Le Corbusier (picture further up).





Kuleshow-Experiment

27 02 2008

Und was hat Hitchcock nun mit Architektur zu tun?

And what’s Hitchcock got to do with architecture?

Es geht um ein konkretes Experiment Kuleshow-Experiment , das Hitchcock durchgeführt hat und das auch für Bernard Tschumi wichtig war.

It’s about one precise experiment – Kuleshow’s Experiment – which Hitchcock tested and which became important for Bernard Tschumi, too.

Das Kuleshow-Experiment wurde erstmals um 1918 von Lew Wladimirowitsch Kuleschow (1899-1970), einem russischen Regisseur, durchgeführt und zeigt deutlich, was die Montage vermag. Kuleshow vertrat die Meinung, dass es weniger von Bedeutung sei, wie Einstellungen aufgenommen werden, sondern wie sie geschnitten und zusammengefügt – montiert – werden. Er hat als erster systematisch filmische Experimente mit der Montage durchgeführt; seine originalen Aufnahmen sind allerdings verschollen.

Around 1918, Kuleshow’s Exepriment was conducted for the first time by Lev Vladimirovich Kuleshov (1899-1970), a Russian film director, and it demonstrates the possibilities of filmic montage. Kuleshov was of the opinion that it is less important how scenes are shot, but how they are cut and put together – “monté”/assembled. He was the first to experiment with montage techniques systematically; his original film shots, however, are lost.

Hitchcock hat in „Rear Window/Das Fenster zum Hof“[1] das Kuleshow-Experiment zitiert. Er beschreibt es folgendermaßen:

Hitchcock quoted Kuleshov’s Experiment in his „Rear Window“. He describes it as follows:

Darüber hat Pudowkin geschrieben, in einem seiner Bücher über die Kunst der Montage. Da berichtet er über das Experiment, das sein Lehrer Lew Kuleschow gemacht hat: Er zeigt eine Großaufnahme von Iwan Mosjoukine und lässt darauf die Einstellung von einem toten Baby folgen. In dem Gesicht Mosjoukines ist Mitleid zu lesen. Er nimmt die Einstellung des toten Babys weg und ersetzt sie durch ein Bild, das einen vollen Teller zeigt, und jetzt liest man aus derselben Großaufnahme Hunger.

Pudovkin has written about it, in one of his books about the art of montage. He tells us about the experiment his teacher Lev Kuleshov has conducted: It shows a close up of Ivan Mosjoukine, followed by the take of a dead baby.You can read compassion in Mosjoukine’s face. Then he replaces the take of the dead baby with a picture of a full plate, and now you see „hunger“ in the same close up as before.

Genauso nehmen wir eine Großaufnahme von James Stewart. Er schaut zum Fenster hinaus und sieht zum Beispiel ein Hündchen, das in einem Korb in den Hof hinuntergetragen wird. Wieder Stewart, er lächelt. Jetzt zeigt man anstelle des Hündchens, das im Korb nach unten getragen wird, ein nacktes Mädchen, das sich vor einem offenen Fenster dreht und wendet. Man nimmt wieder dieselbe lächelnde Großaufnahme von James Stewart, und jetzt sieht er aus wie ein alter Lüstling (Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht, 221).

In the same way, we take a close up of James Stewart. He is watching out of the window and sees, for example, a pet dog in a basket that is carried down into the yard. Stewart again, he is smiling. Then, instead of the pet dog, we show a naked girl posing in front of an open window. Again the same smiling clos up of James Stewart, and now he’s looking like an old pervert (quoted from Truffaut/Hitchcock).

Aufnahmen der eigentlichen Szenen habe ich leider nicht gefunden, allerdings ist das hier auch sehr schön / I couldn’t find examples of the actual scenes, but this video is interesting, too: http://www.youtube.com/watch?v=hCAE0t6KwJY

Interessant also, wie ein und dieselbe Aufnahme allein durch Schnitt und Kombination mit bestimmten Bildern völlig unterschiedliche Assoziationen weckt. Nicht der Inhalt, sondern die Montage ist wichtig.

It’s interesting to see how the same take can raise totally different association just by cutting and combining certain pictures. Not the contents, but montage is important.

Das Kuleshow-Experiment ist eines der wichtigsten theoretischen Filmexperimente und dementsprechend häufig kommentiert, auch im WWW.

Kuleshov’s Experiment is one of the most important theoretical filmic experiment, and according to this, it’s commented frequently, also in www.

Tschumi, der sich stark von Film-Techniken hat inspirieren lassen, bezieht sich in seinen „Manhattan Transcripts“ auf diesen Kuleshow-Effekt (dazu wird ein eigener Eintrag folgen).

Tschumi, who took many inspiratins from filmic techniques, comments on Kuleshov’s effect in his „Manhattan Transcripts“ (more in another article).


[1] Zur Erinnerung: In diesem Film ist ein Fotoreporter (James Stewart) durch ein Gipsbein an seine Wohnung gefesselt und beobachtet aus Langeweile seine Nachbarn. Dabei meint er, einem Mord auf die Spur gekommen zu sein. Filmisch interessant wird „Das Fenster zum Hof“ dadurch, dass es fast ausschließlich aus einer Perspektive – der Wohnung des Fotoreporters – gedreht ist.

Reminder: In this film, a photographer (James Stewart) has his leg in cast and is thus confined to his flat. Bored, he spys on his neighbours and thinks he has observed a murder. The making of „Rear Window“ is interesting as it is filmed from one perspective only – the photographer’s flat.





Wie haben Sie das gemacht, Mr. Hitchcock?

27 02 2008

Eine Literaturempfehlung, die zwar nicht ganz (aber eben doch, darauf komme ich später zurück) zum Thema passt, aber unbedingt eine Erwähnung wert ist: Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?

truffaut_hitchcock_big.jpg

Das Buch gibt ein rund 50h-Interview wieder, das Francois Truffaut (franz. Filmkritiker und Regisseur, 1932-1984) im August 1962 mit Alfred Hitchcock (1899-1980) geführt hat, und ist bis heute eines der Hauptwerke der Filmliteratur. Das Original „Le Cinema selon Hitchcock“ ist 1966 erschienen, die deutsche Übersetzung als Taschenbuch erstmals 1973, mit sehr viel weniger Abbildungen (zu den publikatorischen Details ist Wikipedia sehr ausführlich).

Übrigens wurde das Interview auf Englisch und Französisch geführt – also Truffaut fragte französisch, Hitchcock antwortete Englisch. Ein Grund, warum es bis zur Veröffentlichung denn auch 4 Jahre dauerte.

Im Interview – es ist auch in Dialogform gedruckt – sprechen Hitchcock und Truffaut über Hitchcocks Karriere von Anfang an, also von Schwarzweiß über Ton bis Farbe, und analysieren wirklich alle Filme, die bis dahin gemacht wurden (gut 50). Der Regisseur plaudert aus dem Nähkästchen, ist sehr offen, direkt und manchmal auch ein bisschen gemein – v. a. wenn es um die Leistungen mancher Schauspieler geht oder um Produzenten…

Fast schon nebenbei erfährt man einiges über das Filmemachen im Allgemeinen und natürlich über Hitchcocks Suspense-Filme im Besonderen.

Nun aber genug des Vorspanns – einige Zitate von Hitchcock persönlich zum Filmemachen, zu Suspense und natürlich den Blondinen:

Zum Filmemachen:

In den meisten Filmen ist sehr wenig Kino. Ich nenne das „Fotografien von redenden Leuten“. Wenn man im Kino eine Geschichte erzählt, sollte man nur den Dialog verwenden, wenn es anders nicht geht. Ich suche immer zunächst nach der filmischen Weise, eine Geschichte zu erzählen durch die Abfolge der Einstellungen, der Filmstücke. Es ist bedauerlich, dass das Kino mit dem Aufkommen des Tonfilms in einer theaterhaften Form erstarrt ist. [...] Wenn man einen Film schreibt, kommt es darauf an, den Dialog und die visuellen Elemente säuberlich zu trennen und, wann immer es möglich ist, dem Visuellen den Vorrang zu geben vor dem Dialog. Gleichgültig in welcher Richtung sich die Handlung entwickelt, das Visuelle muss das Publikum in Atem halten. Zusammenfassend kann man sagen: das Rechteck der Leinwand muss mit Emotion aufgeladen sein (53f.).

Also:

[Es] ist die Sprache der Kamera, die an die Stelle des Dialogs tritt.

Und:

Sie wollen sagen, der Dialog sagt eine Sache und das Bild eine andere? Aber das ist ein entscheidender Punkt jeder Regie. Im Leben ist das nicht anders. Die Menschen drücken nicht ihre innersten Gedanken aus. Sie versuchen, im Bild ihres Gegenüber zu lesen. Häufig sagen sie sich Banalitäten und versuchen dabei, hinter die geheimen Gedanken des anderen zu kommen (201).

Der Meister des Suspense zum Unterschied von Suspense und Überraschung:

Der Unterschied zwischen Suspense und Überraschung ist sehr einfach [...]. Wir reden miteinander, vielleicht ist eine Bombe unter dem Tisch, und wir haben eine ganz gewöhnliche Unterhaltung, nichts besonders passiert, und plötzlich, bumm, eine Explosion. Das Publikum ist überrascht, aber die Szene davor war ganz gewöhnlich, ganz uninteressant. Schauen wir uns jetzt den Suspense an. Die Bombe ist unterm Tisch, und das Publikum weiß es. [...] Das Publikum weiß, dass die Bombe um ein Uhr explodieren wird, und jetzt ist es 12 Uhr 55 – man sieht eine Uhr –. Dieselbe unverfängliche Unterhaltung wird plötzlich interessant, weil das Publikum an der Szene teilnimmt (64).

Also:

Man muss dem Zuschauer eine Information geben, die die Figuren des Films nicht haben. (102).

Zu den Besetzungsbüros:

Es ist immer gewagt, sich auf das Besetzungsbüro zu verlassen. Ich vermute, wenn man von ihnen einen Liftboy verlangt, dann schaun sie in einem alphabetisch geordneten dicken Heft nach unter E wie „Elevator“ und bestellen alle Schauspieler, die irgendwann einmal einen Liftboy gespielt haben (225).

Und zum Abschluss noch die berühmten Blondinen:

Auch wenn ich mich auf der Leinwand mit Sex befasse, vergesse ich nie, dass der Suspense de Hauptsache ist. Wenn der Sex zu aufgetragen, zu dick ist, gibt es keinen Suspense mehr. Weshalb ich immer wieder auf die mondän reservierten blonden Schauspielerinnen zurückkomme? Ich brauche Damen, wirkliche Damen, die dann im Schlafzimmer zu Nutten werden. Der armen Marilyn Monroe konnte man den Sex vom Gesicht ablesen, auch Brigitte Bardot, und das ist nicht besonders fein (220). [...] Die [haben] nur schlechte Filme gedreht. Warum? Weil es mit ihnen keine Überraschung gibt, folglich auch keine guten Szenen (221).

Some literature I have to recommend you even though it does not really fit in the topic (but still, it does fit in a particular way, that I’ll talk about later). Nevertheless, it is worth mentioning: „How have you done it, Mr. Hitchcock?“ (literal transl. from German. I think the English title is just „Hitchcock“)

The book retells an 50h interview by Francois Truffaut (French film critic and director) and Alfred Hitchcock, hold in august 1962. It is one of the chief works of film literature. The original „Le Cinema selon Hitchcock“ was published in 1966, the German translation in 1973 as paper back and much less illustrations. Den Rest des Beitrags lesen »





Snøhetta

26 02 2008

Im April wird Oslos neues Opernhaus von Snøhetta eingeweiht und dem Spiegel online ist das eine Nachricht wert.

In April, Oslo’s new opera will open, constructed by Snøhetta, and German weekly Spiegel online thinks this worth mentioning.

olsoer-oper.jpg osloer-oper2.jpg osloer-oper3.jpg

Snøhetta? Na, die von der Bibliothek in Alexandria! Ich muss gestehen, der Name Snøhetta war mir vorher kein Begriff!

Snøhetta? Well, remember the new library of Alexandria? It’s them! I have to admit, I didn’t know the name Snøhetta before!

library-alexandria.jpg egyptalexandriabibliothecaalexandrina01.jpg Bibliotheca Alexandrina, 2002 (photogallery)

2002 wurde in Zusammenarbeit mit der Unesco eine neue Bibliothek von Alexandria eröffnet. Das Projekt will an die antike Bibliothek von Alexandria erinnern, die die größte Sammlung ihrer Zeit war. Bis heute gibt es immer wieder Kontroversen um ihre Ende in spätantiker Zeit sowie um Rekonstruktionsversuche.Die moderne Bibliothek will zugleich aber auch in die Fußstapfen des Vorbilds treten: Sie ist für 8 Millionen Bände angelegt und umfasst auch ein Internetarchiv.

Spektakulär ist hier an der gläsernen Bibliothek vor allem die Dachlandschaft, bei dem Olafur Eliasson – ein dänisch-isländischer Projektkünstler und zur Zeit einer der wichtigsten – mitgewirkt hat.

In 2002, a new library of Alexandria was opened in collaboration with UNESCO. The Projekt wants to remember the antcient library of Alexandria, housing the largest collection of its time. To this day, there are controversies about the library’s end in Late Antiquity as well as about possible reconstructions. At the same time, the modern library wants to keep up with its example: It is built to house 8 million volumes and also encloses an internet archive.

Above all, the glass library’s roof scape is spectacular. Olafur Eliassin – a Danish-Icelandic project artists and recently one of the most important ones – contributed to its concept.

Das norwegische Büro Snøhetta mit Sitz in Oslo und New York hat heute rund 80 Mitarbeiter und betreut Architektur-, Landschaftsarchitektur und Innenarchitektur-Projekte weltweit. Snohetta arbeiten interdisziplinär und versuchen, möglichst vielfältige Perspektiven in ihre Projekte einfließen zu lassen. Sie wollen eine Verbindung von Architektur und Landschaft erreichen und auf „Design-Schnickschnack verzichten“.

Snøhetta ist übrigens der Name des höchsten Bergs Norwegen und heißt wohl soviel wie „Schneekoppe“.

The Norwegian office Snøhetta, based both in Oslo and New York, has around 80 employees and is in charge of architectural, landscape architectural and interior design projects all over the world. Snohetta work interdisciplinary and try to combine as many different perspectives as possible in their projects. They want to reach a connection between architecture and landscape and “dispense with design bric-a-brac”.

The Norwegian office Snøhetta, based both in Oslo and New York, has around 80 employees and is in charge of architectural, landscape architectural and interior design projects all over the world. Snohetta work interdisciplinary and try to combine as many different perspectives as possible in their projects. They want to reach a connection between architecture and landscape and “dispense with design bric-a-brac”.

By the way, Snohetta is the name of Norway’s highest mountain and probably means something like “Snow Mountain”.

Zu Snøhettas Projekten zählen: / Among Snøhettas projects are:

norw-botschaft1.jpgnorw-botschaft2.gif

Norwegische Botschaft Berlin, fertiggest. 1998

serpgallerypavillonsnohetta.jpg pavilion_interior.jpg

Serpentine Gallery Pavillon 2007, London (another coop with Olafur Eliasson)

[no image]

WTC Cultural Museum am Ground Zero, Museum Pavillon (Entrance to Museum), New York

More information about Snohetta at archilab





June Bum Park

23 02 2008

Mit June Bum Park (*1976) möchte ich einen Künstler vorstellen, dessen Schwerpunkt auf Video-Arbeiten liegt. Aufgefallen ist mir Park mehr oder weniger zufällig – auf einem Werbefaltblatt seiner deutschen Galerie.

I want to introduce June Bum Park (*1976), an artist focussing on videos. I happened to notice Park on a brochure of his German galery.

The Occupation, 2006, Digital Video, Ed. 3/10, 7:30min

Der Südkoreaner gehört zur jungen und innovativen Künstlergeneration seines Landes und blickt schon auf eine beachtliche Ausstellungsliste zurück. Er war mehrfach in Europa, Nordamerika und natürlich Korea zu sehen.

June Bum Park befasst sich zwar nicht ausschließlich mit Architektur, aber zwei seiner bisherigen Arbeiten passen zum Thema.

Die „Occupation“ (oben) und ein weiterer Film „Advertisement“ – von beiden habe ich leider nur Stills gefunden – zeigen beide zunächst ein Gebäude mit bloßer Fassade, das eine in einer ländlichen Umgebung, das andere ein Hochhaus in einer (Groß-)Stadt.
junebumpark2.jpg junebumpark3.jpg junebumpark4.jpg
The Advertise, 2004, DVD1

Plötzlich greifen menschliche Hände aus dem Nichts ein und verwandeln das „nackte“ Haus mit Werbetafeln – mal in eine Bank, mal in einen Supermarkt, dann wieder in ein Sportgeschäft. Die Videos werden im Zeitraffer abgespielt.

The South Korean belongs to the young and innovative generation of artists in his country and already comes up with an impressive list of exhibitions. He was exhibited in Europe, Northern Amerika and, of course, Korea several times.

June Bum Park does not concentrate on architecture only, but still two of his recent works fit in this topic.

Both the „Occupation“ and another film „Advertisement“ – unfortunately I could only find stills – show, at first, a building with pure façade, one of them in a rural environment, the other one a high rise building in a (big) city.

Suddenly, human hands appear from nowhere and change the „naked“ house with advertisment – into a bank, a supermarket, a sports shop. The videos are played in fast motion.

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Zum Begriff „Dekonstruktivismus“ in der Philosophie (Überblick)

20 02 2008

Der Begriff „Dekonstruktivismus“ knüpft an eine Wortschöpfung Derridas an, die „déconstruction“, die ein Verfahren zur Interpretation von Texten bezeichnet. Ausgehend von der Annahme, dass keine absoluten, objektiven Wahrheiten in Texten vermittelt werden können, kommt Derrida zu der These, dass Texte sich nicht auf eine bestimmte Aussage festlegen lassen, die rekonstruiert werden kann; trotzdem haben sie sich im Laufe der Zeit auf bestimmte Bedeutungen verfestigt. Diese Erstarrung auf eine Verständnisweise soll hinterfragt werden, Wörter und Texte sollen von den festgefügten Bedeutungsstrukturen befreit – „de-struiert“ – werden. Gelingt dies, so eröffnen sich neue Deutungsmöglichkeiten – sie können neu „kon-struiert“ werden. Dabei wird also die traditionelle Struktur von „Zeichen“/Signifikant und „Zeichenbedeutung“/Signifkat unterbrochen und einem vielschichtigeren Horizont geöffnet.

Um Problematik dieses komplexen Themas etwas zu verdeutlichen, ein ganz einfaches Beispiel:

Die Buchstabenfolge „B A U M“ (= Zeichen) bezeichnet etwas, das einen Stamm hat, Blätter, Äste, Zweige, sehr groß wird, Wurzeln hat (= Zeichenbedeutung), …

„H A U S“ dagegen heißt etwas, das ein Dach hat, Wände, Fenster, Türen, …

Die Festlegung dieser Bezeichnung ist aber willkürlich – ich könnte genauso gut sagen: ab sofort soll das Ding mit dem Stamm, den Blättern etc. „H A U S“ heißen, das mit dem Dach und den Wänden „B A U M“.

Ich wohne also ab sofort im Baum und ernte meine Äpfel vom Haus.

Es ist wichtig festzuhalten, dass der De-Kon-Struktivismus in diesem Sinne keinen formalen Schreibstil oder eine systematische Theorie bezeichnet, sondern eine praktische Verfahrensweise, eine philosophische Strategie zum Textverstehen – etwas, das sich, wie Derrida selbst konstatiert, nicht ohne weiteres fassen lässt und zu keinem festen, in Regeln greifbaren Ergebnis führt.

Wird dieser Begriff auf die Architekturtheorie übertragen, so wird ein „Denkverfahren“, aber kein stilistisches Element übertragen. Eine Beurteilung dekonstruktivistischer Architektur kann – sollte! – sich nicht ausschließlich an formalen Gesichtspunkten orientieren, sondern muss sie zuerst auf ihre theoretischen Ansätze hin untersuchen.

Das ist eine grundlegende Annahme, die ich in meiner Arbeit belegen möchte.

The notion „Deconstructivism“ connects to Derrida’s neologism “deconstruction” naming a technique of text interpretation. Based on the assumption that texts cannot mediate absolut, objective truths, Derrida formulates his thesis that texts cannot be defined on one particular meaning only which can be reconstructed. Nevertheless, in the course of time, texts did have hardened to one particular meaning. This congelation to one way of understanding has to be questioned. Words and texts are to be released from congealed structures of meanings – “de-structured”. If this succeeds, new possibilities of interpretations open up – words and texts can be newly “con-structed”. Thus, the traditional structure of signifier and signified is interrupted and opened to a multi-layered horizon.

To make the problem of this complex subject a little easier to comprehend, a very simple example:

The letters “T R E E” (signifier) name something that has trunk, leaves, branches, grows very high, has roots, (signified) …

“H O U S E” is something with a roof, walls, doors, windows,…

These definitions are, however, arbitrary – I could say just as well: as of now, I’ll call the thing with trunk and leaves “H O U S E”, and the thing with roof and walls is “T R E E”.

So right now, I’m living in a tree and picking apples from a house.

It is important to keep in mind that De-Con-Structivism thus is no formal writing style or a systematic theorie, but it is a practical technique, a philosophical strategy of understanding texts – something that is, as Derrida himself states, not easy to comprehend and that does not result in something explainable in rules.

Transferring this notion into architecture theory, it is a „technique of thinking“, not a stylistic element that is transferred. An evaluation of deconstructivist architecture cannot – should not! – be based on formal issues only, but has to analyse theoretical approaches first.

This is the fundamental assumption I want to prove with my researches.





Beate Gütschow: Ganz woanders (Architektur- und Landschaftsfotos)

17 02 2008

Beate Gütschow ist eine deutsche Fotografin, die mir in der Februar-Ausgabe von Monopol aufgefallen ist, da sie in ihren Arbeiten sowohl Architekturen als auch vollkommen „Architektur-freie“ Landschaften inszeniert.

Meine Bilder sind fotografische Konstruktionen. Keine dieser Landschaften und keine dieser Städte gibt es wirklich. Meine Bilder entstehen am Computer und sind oft aus mehr als 100 verschiedenen Einzelaufnahmen zusammengesetzt.“

Beate Gütschow. “S2″ (Courtesy Louise and Eric Franck collection, London. © VG Bild-Kunst Bonn 2007)

„S2″ (Courtesy Louise and Eric Franck collection, London. © VG Bild-Kunst Bonn 2007)

Gütschow
„LS #7″ (Courtesy Louise and Eric Franck collection, London. © VG Bild-Kunst Bonn 2007)

Gütschow inszeniert Naturaufnahmen ebenso wie Stadtansichten auf sehr großen Formaten (bis zu 105 x 380 cm). Ihre Naturbilder erinnern an die heroischen französischen Landschaften des 17./18. Jahrhunderts oder die romantische Landschaftsmalerei in England, so monumental und perfekt erscheinen sie. Und doch – auf den zweiten Blick stimmt etwas nicht, die Inszenierung ist zu „ideal“.

Die schwarzweißen Architekturlandschaften wirken gerade entgegengesetzt: triste, ausweglose Betonwüsten. Jedes Anzeichen von Identifikation fehlt. Die Aufnahmen lassen sich keiner konkreten Stadt zuordnen, könnten überall und nirgends zugleich sein.

Aber auch hier ist das Ganze einen Tick zu „perfekt“ – zu negativ, zu trostlos, zu verloren. Zugleich entwickeln die Fotografien aber auch etwas auf seltsame Weise Anziehendes, Geheimnisvolles, Beeindruckendes.

Mehr Infos + Bilder gibt es hier und hier.

In Berlin, Haus am Waldsee, findet aktuell eine Ausstellung von Beate Gütschow statt (25.1.-24.3.2008).

Beate Gütschow is a young German photographer who grabbed my attention in the February edition of Monopol (German art magazine) as her works stage both architectures and „architecture-free“ landscapes.

„My pictures are photographil constructions. None of these cities and landscapes is for real. My pictures are generated with the computer and sometimes, they are composed of more than 100 single pieces.“

Gütschow stages nature views as well as cityscapes in a huge format (up to 105 x 380 cm). Her nature pictures, so monumental and perfect, resemble heroic French landscapes of 17th / 18th century or romantic landscape painting in England. But still – on the second glance, there’s something wrong, the staging is too “ideal”.
The black and white architecture-scapes seem just opposite: dull, hopeless concrete jungles, lacking every sign of identity. The photographs cannot be allocated to a particular city, they could be everywhere and nowhere at once.

But here, too, everything seems a little too “perfect” – too negative, too dull, too lost. Yet, at the same time the photopragphs develop something weirdly attracting, something mysterious and impressive.

More info + pictures here and here.

An exhibition of Beate Gütschow can currently be seen in Berlin, Haus am Waldsee (25.1.-24.3.2008).

PS: The German title „ganz woanders“ means „somewhere totally else“.





„Deconstructivist Architecture“, MoMA 1988

16 02 2008

Das Wesentliche in aller Kürze:

1988 wurde im Museum of Modern Art New York eine Architektur-Ausstellung unter dem Titel „Deconstructivist Architecture“ veranstaltet, kuratiert von Philipp Johnson und Marc Wigley.
Gezeigt wurden 7 Architekten, die meisten von ihnen noch recht jung. Mittlerweile spielen alle 7 in der obersten Liga weltweit mit:
Zaha Hadid
Bernard Tschumi
Rem Koolhaas
Coop Himmelblau
Daniel Libeskind
Peter Eisenman
Frank O. Gehry

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Herzlich Willkommen…

16 02 2008

…in diesem Blog möchte ich meine Promotion begleiten. Ich arbeite jetzt seit rund einem Jahr an ihr und denke, es kann spannend sein zu beobachten, wie ein solches Projekt nach und nach Gestalt annimmt. :-)

I created this blog to go along with my doctoral thesis which I’m working on for about a year now. I guess it can be exciting to see how such a project is taking form bit by bit. Den Rest des Beitrags lesen »